Voltaire bis Dutschke: Woran orientiert sich eine Gesellschaft ohne Werte und Normen?
19. März 2006
Ziel der Aufklärung war ein gesellschaftlicher Emanzipationsprozess, der traditionelle, auf Frömmigkeit beruhende, autoritäre Geisteshaltungen kritisch zu hinterfragen hatte, um einer ernüchterten Kultur der Vernunft Vorschub zu leisten. Der aufgeklärte Mensch soll nicht mehr den Vorgaben der Obrigkeiten oder von Mode und Zeitgeist vertrauen, sondern nach der Definition von Immanuel Kant aus „seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ ausgehen und sein Leben selbst bestimmt in die Hand nehmen.
Der wichtigste Grundsatz der Aufklärung besagte, dass die Vernunft imstande sei, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die 68er-Bewegung, protestierte seit Mitte der 1960er Jahre gegen die überkommenen kulturellen, politischen und sozialen Verhältnisse und Normen (Establishment). Die Bewegung fasste weltweite Strömungen zusammen und war deutlich studentisch. In Wechselwirkung mit der 68er-Bewegung standen weiterhin die Flower-Power-Bewegung und die Sexuelle Revolution. Gegenwärtig präsentiert sich unsere Gesellschaft anscheinend orientierungslos, instabil und überwiegend materialistisch ausgerichtet. Gleichzeitig ertönt in den Medien der Ruf nach Rückbesinnung auf verlässliche Normen und Werte. Welcher (Werte-)Wandel ist zu erwarten?







