Afroamerikaner und Weiße feiern in den USA Gottesdienste getrennt
19. September 2008
In den USA bleiben Afroamerikaner und Weiße in Gottesdiensten weitgehend unter sich. Knapp 60 Prozent der Afroamerikaner und 56 Prozent der Weißen gaben dies bei einer Befragung an, wie der US-Fernsehsender CNN kürzlich meldete. Die meisten US-Bürger seien somit während der Gottesdienste in der Kirche ausschließlich oder weitgehend von Menschen der gleichen Rasse umgeben. In Nordamerika versammeln sich Afroamerikaner, Asiaten, Latinos, Ureinwohner und Weiße meist in eigenen Kirchengemeinden. Sechs Prozent der Schwarzen und 16 Prozent der Weißen blieben ganz zu Hause, ergab die Befragung. Lediglich ein knappes Drittel der Bevölkerung besuche multikulturelle Gottesdienste.
Experten zufolge sind in den USA nur fünf Prozent der Gemeinden “integriert”, und die Hälfte davon sind im Begriff, “ganz schwarze” oder “ganz weiße” Gemeinden zu werden. Von einer integrierten Gemeinde könne man erst sprechen, wenn mindestens 20 Prozent der Mitglieder einer anderen Rasse der Kirchengemeinde angehörten, sagte der Theologe und Wissenschaftler Curtiss Paul DeYoung dem US-Nachrichtensender. Die meisten integrierten Gemeinden hätten außerdem weiße Seelsorger. Werde der weiße Pastor von einem schwarzen abgelöst, verließen allerdings viele weiße Mitglieder die Gemeinde, erläuterte der Experte. Viele Afroamerikaner seien in Gottesdiensten lieber unter sich, denn die Kirchen wären “Zufluchtsstätten” und sie müssten wenigstens am Sonntag keine Diskriminierung erleben, so DeYoung.
DeYoung ist Mitverfasser des 2004 erschienenen Buches “United by Faith” (Vereint im Glauben), das die Rassenbeziehungen in den US-Kirchen untersucht. (APD)
Katholische Kritik an Gleichgültigkeit gegenüber Christenverfolgungen
17. September 2008
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, hat kritisiert, dass Christenverfolgungen in außereuropäischen Ländern in der Öffentlichkeit praktisch nicht beachtet würden. Offenbar betrachteten es viele Menschen als Ausdruck von Toleranz über Diskriminierungen und Verfolgungen von Christen hinwegzusehen.
Faktisch laufe dieses öffentliche Desinteresse auf eine Bagatellisierung von Christenverfolgungen und auf die Verweigerung wirksamer Hilfe hinaus, sagte Meyer am 12. September vor dem Hauptausschuss des ZdK in Bonn.
Als Beispiele nannte Meyer die Lage von Christen im Irak und die Ausschreitungen im indischen Bundesstaat Orissa. Dort befänden sich schätzungsweise bis zu 50.000 Christen auf der Flucht vor nationalistischen Hindus. Bei gewalttätigen Zusammenstößen wurden mehrere Menschen getötet und zahlreiche Kirchen, Kapellen und Häuser von Christen zerstört.
“Leider sind nicht wenige in der Politik und in den Medien auf die schäbige Nichtachtung des Leids von Christen noch besonders stolz. Ich nenne diese Haltung weiter Teile der deutschen Öffentlichkeit, eine Schande”, beklagte der ZdK-Präsident und frühere Staatsminister für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen.
Bereits während des Katholikentages 2008 in Osnabrück plädierte Meyer für einen stärkeren Gemeinschaftssinn. Gemeinschaft sei eine lebenswichtige Alternative zu Beliebigkeit und Bindungslosigkeit, zum Zerfall der Gesellschaft sowie zur Enge der Ichbezogenheit. So erinnerte Meyer an die Armen, Entrechteten und Verfolgten in Darfur, Tibet, Birma und Simbabwe.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) steht für die katholischen Frauen und Männer, die sich in Laienräten, Verbänden, Bewegungen, Initiativen und Organisationen aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft und der Kirche in Deutschland beteiligen. Das ZdK ist zusammen mit dem jeweiligen katholischen Ortsbistum Veranstalter der “Deutschen Katholikentage”. Der nächste Katholikentag findet 2012 in Mannheim statt. (APD)
U.S.-Kommission für Religionsfreiheit fordert von der Türkei Rückgabe von Kirchenbesitz
14. September 2008
Die U.S. Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) hat die Türkei aufgefordert, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (ECHR) zur Rückgabe enteigneten Kirchenbesitzes an das Ökumenische Patriarchat umzusetzen. “Dies ist eine wegweisende Entscheidung für die Rechte aller religiösen Minderheiten in der Türkei, auch deshalb, weil es das Patriarchat als Rechtsperson anerkennt”, erklärte die Kommission am 9. September in einer Stellungnahme. Die U.S.-Regierung müsse die türkische Regierung drängen, ihr Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit durch die Umsetzung des Urteils zu demonstrieren, sagte die Kommissionsvorsitzende Felice D. Gaer.
Bereits im Juli hatte der demokratische U.S.-Präsidentschaftskandidat Barack Obama in einem Interview mit dem griechischen Programm der “Voice of America” an die türkische Regierung appelliert, die Rechte des Ökumenischen Patriarchats zu garantieren. Insbesondere forderte Obama die Regierung in Ankara auf, dem Patriarchat enteignete Immobilien zurückzugeben und die Wiedereröffnung der Theologischen Fakultät und des Priesterseminars auf der Insel Chalki zu ermöglichen.
Die U.S.-Kommission ist eine halbstaatliche Organisation, die 1998 vom amerikanischen Kongress ins Leben gerufen wurde. Sie befasst sich mit der Verletzung der Religionsfreiheit in aller Welt und prangert Verstöße an. Leitender USCIRF-Direktor ist der Jurist James D. Standish.
Der Straßburger Menschenrechtsgerichtshof hatte im Juli einer Klage des Patriarchats gegen die Enteignung des kirchlichen Waisenhauses auf der Prinzeninsel Büyük Ada stattgegeben, das 1996 vom Staat beschlagnahmt worden war. Die Richter verurteilten die Enteignung als Verletzung des Rechts auf Eigentum.
Die Straßburger Entscheidung löste bei den christlichen Kirchen in der Türkei Hoffnung aus, weil sie als Präzedenzentscheidung für zahlreiche ähnlich gelagert Fälle gilt. Bei dem Waisenhaus handelt es sich um eine von Tausenden Immobilien, die den christlichen Gemeinschaften und Kirchen entzogen worden sind. Allerdings ist man im Phanar, dem Amtssitz des Patriarchen, skeptisch, ob das Urteil auch umgesetzt wird und eine Rückgabe des Gebäudes an die Kirche oder eine entsprechende Kompensationszahlung erfolgt.
Konkret ging es in dem Prozess um eine Liegenschaft auf der Insel Büyük Ada im Marmara-Meer, die das orthodoxe Patriarchat im Jahr 1902 erworben hatte. Das Villen-Gebäude hatte zuvor als Hotel gedient; jahrzehntelang wurde es von der Kirche als Waisenhaus genutzt, bis es 1963 bei einem Großbrand geräumt werden musste. Eine Renovierung wurde durch bürokratische Winkelzüge verhindert. 1996 beschlagnahmte der türkische Staat die Liegenschaft mit der Begründung, dass sie nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck genutzt werde.
Alle Klagen des Ökumenischen Patriarchats vor türkischen Gerichten blieben ergebnislos. Zuletzt war die Kirche vor vier Jahren in letzter Instanz vor dem Obersten Berufungsgerichtshof der Türkei unterlegen. Im vergangenen Jahr zog das Patriarchat schließlich vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. (APD)
Neue türkische Partei wendet sich gegen christliche Missionare
6. September 2008
In der Türkei hat sich am 4. September eine neue Nationalistenpartei gebildet. Schon im ersten Satz ihres Gründungsaufrufes wendet sie sich gegen die “Kolonialisierung” der Türkei durch christliche Missionare. “Türkische Nation, wir wissen, dass du es satt hast, dass deine Demokratie bevormundet wird, dass ausländische Vertreter und Missionare auf unserem Boden herumlaufen und dich herumkommandieren”, beginnt der in mehreren Tageszeitungen als ganzseitige Anzeige veröffentlichte Gründungsaufruf der “Partei für Recht und Gleichheit” (Hak ve Esitlik Partisi).
Gründer ist Ex-General Osman Pamukoglu, der vor allem für seine Rolle im Krieg gegen die kurdische Rebellengruppe PKK bekannt wurde. Pamukoglu befehligte in den schwersten Zeiten des Kurdenkrieges Mitte der 1990er Jahre eine Einheit in der umkämpften südostanatolischen Gebirgsregion Hakkari. Anschließend war er auf Nordzypern stationiert, wo die türkische Armee mit knapp 40.000 Mann über die international nicht anerkannte Türkische Republik Nordzypern wacht.
Missionarstätigkeit ist in der Türkei nicht verboten; sie wird aber besonders von radikalen Rechtsnationalisten als staatszersetzend betrachtet. Im vergangenen Jahr wurden im osttürkischen Malatya drei protestantische Missionare erstochen. Auch den Mord an dem katholischen Priester Andrea Santoro im nordtürkischen Trabzon 2006 und mehrere weitere Angriffe auf christliche Geistliche in türkischen Städten begründeten die Täter mit dem Groll gegen ausländische Missionare.
In der Türkei leben rund 100.000 Christen. Nach offiziellen Statistiken sind fast 99 Prozent der türkischen Bevölkerung Muslime. Davon gehören zwischen 80 bis 85 Prozent der islamischen Glaubensrichtung der Sunniten, die restlichen 15 bis 20 Prozent der Glaubensgemeinschaft der Aleviten an. (APD)
Wirtschaftsjournalist warnt vor “einfach gestrickten” Managementweisheiten
29. Januar 2008
Vor “einfach gestrickten” Managementweisheiten, die sich auch zunehmend im christlichen Bereich fänden, hat der stellvertretende Chefredakteur der “Wirtschaftswoche”, Michael J. Inacker (Berlin), gewarnt. Es gebe im Unternehmensalltag Situationen, die sich mit solchen Weisheiten nicht lösen ließen, sagte er in Düsseldorf vor 130 Gästen eines Impulstages zum Kongress christlicher Führungskräfte, der Ende Februar 2009 ebenfalls in Düsseldorf stattfindenweiter… wird. Als bei einem großen Automobilkonzern, wo Inacker bis 2006 Vizepräsident war, in großem Maß Stellen von Führungskräften abgebaut wurden, habe er auf kritische Anfragen seiner Mitarbeiter “nicht immer auf Anhieb bei den Zehn Geboten Antworten gefunden.” Nach Überzeugung Inackers, der auch Vorsitzender der internationalen Martin-Luther-Stiftung (Wittenberg) ist, sollte sich ein christlicher Führungsstil insbesondere in einem offenen und fairen Umgang mit den Mitarbeitern zeigen. “Choleriker und christliche Führungsprinzipien passen nicht zusammen.”
Der Beauftragte für den Kontakt zu Kirchen und Religionsgemeinschaften des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Pfarrer Matthias Schreiber (Düsseldorf), warnte vor einem oberflächlichen Umgang mit der Frage nach Führung. Anhand biblischer Personen, die Führungsverantwortung übernehmen mussten, zeigte Schreiber, dass mit dieser Aufgabe oft Angst, Zweifel und Verzagtheit verbunden seien. Es müsse auch ein “Erschrecken” vor dem Führungsauftrag geben. Schreiber warb dafür, Leitungsaufgaben in Verantwortung vor Gott auszufüllen: “Christen führen als Geführte, sonst verführen sie.”
Der Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christian Drägert (Düsseldorf), dankte den Veranstaltern des Kongresses christlicher Führungskräfte – der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen tempus Zeit- und Lebensplanung (Giengen bei Ulm) -, dass der nächste Kongress in Düsseldorf stattfindet. Die Kirchenleitung begrüße diese Initiative und unterstütze sie personell und finanziell. Der Geschäftsführer des Bundes Katholischer Unternehmer, Peter Unterberg (Köln), vertrat die Ansicht, werteorientierte Führung sei für ein Unternehmen keine Bremse, sondern langfristig ein Garant für den Erfolg. Wer Werte glaubwürdig vertrete, bekomme ein besseres Image und damit letztlich einen Wettbewerbsvorteil.
Die christliche Unternehmerin Petra Pientka (Iserlohn), deren Autohandelsgruppe 140 Menschen an zehn Standorten beschäftigt, hob hervor, dass sie mit ihrer Firma den Menschen dienen wolle. Deshalb stehe nicht das Geldverdienen im Mittelpunkt, wie das bei Aktiengesellschaften der Fall sei. So engagiere sich ihr Unternehmen auch für Kultur und Sport und sammle gebrauchte Schulranzen, von denen bereits 600 an sozial schwache Familien abgegeben worden seien. “Investition in Menschen ist das Wesen Gottes”, sagte die Firmenchefin. (gls)
Kongress christlicher Führungskräfte - Impulstag
17. Januar 2008
[Düsseldorf] In stark einem Jahr ist es so weit: Der Kongress christlicher Führungskräfte wird Ende Februar 2009 mit voraussichtlich mehr als 3.000 Teilnehmern in Düsseldorf stattfinden. Mit einem Impulstag am 26. Januar 2008 soll die Region auf das Großereignis eingestimmt werden. Prominenz aus Wirtschaft, Kirche und Publizistik hat ihr Kommen zugesagt. An diesem Impulstag werden erstmals die Hauptreferenten des Kongresses sowie das Programm vorgestellt.
Führen nach christlichen Maßstäben
“Mit Werten in Führung gehen” lautet das Motto der Kongresse christlicher Führungskräfte. Wie Führen nach christlichen Maßstäben aussieht, darüber diskutieren am Samstag, 26. Januar, in Düsseldorf unter anderem Christian Drägert, Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Matthias Schreiber von der Düsseldorfer Staatskanzlei, Dr. Michael J. Inacker (Berlin), stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftswoche, Petra Pientka, Unternehmerin aus Iserlohn, und Peter Unterberg (Köln), Geschäftsführer des Bundes Katholischer Unternehmer. Der Verleger Norman Rentrop (Bonn) referiert über den Zusammenhang zwischen Glauben und Planen. Der Direktor der Evangelistenschule Johanneum, Pfarrer Burkhard Weber (Wuppertal), spricht zum Thema “Wenn Geführte führen”.
Gemeinsam Inspiration suchen
Veranstaltet werden die Kongresse christlicher Führungskräfte von der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung tempus-consulting (Giengen bei Ulm). Laut Pastor Horst Marquardt (Wetzlar), dem Vorsitzenden des Kongresses, soll der Impulstag dazu dienen, die Großveranstaltung Führungskräften aus der Region bekannt zu machen. „Die früheren Kongresse haben gezeigt, wie wertvoll es ist, wenn viele Verantwortungsträger gemeinsam Inspiration suchen, Erfahrungen austauschen und miteinander neu entdecken, welche Kraft der christliche Glaube vermittelt“, so Marquardt. Kongresse christlicher Führungskräfte werden seit 1999 alle zwei Jahre veranstaltet. Zum letzten Kongress 2007 in Leipzig kamen 3.500 Teilnehmer. (GLS)
Vatikan fordert UN-Resolution zur Religionsfreiheit
8. November 2007
„Der Heilige Stuhl fordert eine Resolution des UNO-Menschrechtsrates zum Thema Religionsfreiheit“, sagte der Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen (UNO), Erzbischof Celestino Migliore, am 6. November in New York bei einer Sitzung des dritten Ausschusses der UNO-Generalversammlung. Eine solche Resolution könne einen Beitrag zur Konsolidierung des Friedens darstellen. Außerdem würde eine Resolution die Glaubwürdigkeit des UNO-Gremiums stärken. Vielerorts seien Gläubige aller Religionen Opfer von Unterdrückung und Verhöhnung. Die Resolution könne auch zum interreligiösen Dialog ermutigen, ohne diejenigen zu vergessen, die keinerlei Religion angehörten.
Migliore beklagte außerdem, dass immer noch weltweit die Menschenrechte missachtet würden, so das Recht auf Leben, Informationsfreiheit und die Rechtsstaatlichkeit. Problematisch seien auch die Unterdrückung von Dissidenten, eine Familienpolitik gegen den Willen der Eltern, eine restriktive Migrationspolitik, katastrophale Arbeitsbedingungen und die Unterdrückung der Frau.
Der UNO-Menschenrechtsrat mit Sitz in Genf war im vergangenen Jahr neu konstituiert worden. Durch das Wahlverfahren können auch Länder wie China, Saudi-Arabien oder Kuba Mitglied sein, die nicht als Verteidiger von grundlegenden Menschenrechten bekannt sind. Dies hatte immer wieder zu Kritik geführt.
Bereits Ende Oktober hatte der Vatikan vor der UNO in New York eindringlich die Religionsfreiheit gefordert. In einer Debatte während der Vollversammlung wandte sich Erzbischof Celestino Migliore entschieden gegen „Zwangsbekehrungen, Entweihungen von Kultstätten oder Vertreibung von religiösen Minderheiten“. All dies seien Verstöße gegen das Recht auf Religionsfreiheit, das in der UNO-Menschenrechtserklärung festgelegt sei.
Das Recht auf Religionsfreiheit ist in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO“ von 1948 wie folgt formuliert: „Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen in der Öffentlichkeit oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung eines Ritus zu bekunden.“
Die Religionsfreiheit ist auch im UN-Zivilpakt über bürgerliche und politische Rechte (IPbpR) in Artikel18 festgeschrieben.
Unter dem Begriff „Heiliger Stuhl“ wird das Amt des Papstes mit seinen Dienststellen verstanden. Außer dem Träger der päpstlichen Gewalt werden auch die päpstlichen Kongregationen, Gerichte und andere Einrichtungen der römischen Kurie, mit deren Hilfe der Papst die Gesamtkirche regiert, dem Heiligen Stuhl zugerechnet; nicht jedoch der Vatikanstaat, der aber von der päpstlichen Diplomatie mit vertreten wird. Als Völkerrechtssubjekt tauscht der Heilige Stuhl mit zahlreichen Staaten Gesandte aus. Es handelt sich dabei um Nuntien, Pro-Nuntien oder päpstliche Legaten. Derzeit unterhält der Heilige Stuhl zu 178 Staaten volle diplomatische Beziehungen.
So ist der Heilige Stuhl auch Mitglied der Internationalen Atombehörde (IAEA) in Wien, der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf sowie beim Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf. Ferner entsendet er Beobachter zur UNO sowie einer Vielzahl internationaler Gremien und Sonderorganisationen wie FAO, WTO, WHO, UNESCO und Europarat. Bei all diesen internationalen Organisationen ist der Heilige Stuhl durch „Ständige Vertreter“, „Ständige Beobachter“ oder durch entsprechende Delegationen vertreten. (APD)







