Grenzen der technischen Möglichkeiten
27. August 2008
Eric Danke, ehemaliger technischer Vorstand von T-Online und Ehrenmitglied des internationalen Vereins für Onlinekommunikation staonline e.V., äußert sich gegenüber Felix Eisenberg über die Zukunft des Internets.
Auf dem staonline-Forum des Jahres 1999 haben Sie die zukünftige Nutzung des Internets recht genau vorhergesagt. Wie, glauben Sie, wird die Evolution dieses Mediums weitergehen?
Das ist heute schwerer vorauszusagen als vor zehn Jahren. Die Technik ist mittlerweile beinahe ausgereizt, alle denkbaren Bandbreiten sind verfügbar. Die Entwicklung tendiert zu einer 1:1-Abbildung der Realität, einfach weil dies technisch möglich ist. Das zeigen Angebote wie Second Life oder auch Google Earth. Die Frage ist, ob jeder sich dort sehen und wiederfinden will, nur weil es die medialen Voraussetzungen dafür gibt.
Was bedeutet Medienkompetenz heute und was in zehn Jahren?
Medienkompetent zu sein heißt schon heute, über den persönlichen Bereich hinaus kommunizieren zu können. Das gilt umso mehr für die Zukunft, da die Verbreitung des Internets noch weiter fortschreiten wird. Das Handling des Internets ist einfacher geworden, daher werden es immer mehr Altersgruppen nutzen können.
Welche Rolle spielt angesichts des enormen Innovationstempos ein Medienbildungsverein wie staonline?
Das Internet ist ein Mittel zum Zweck. Der Zweck ist es, eine Plattform für den gegenseitigen Austausch bereitzustellen. staonline kann die Voraussetzungen dafür schaffen, dieses Potenzial des Internets nutzen und es dabei selbst für eigene Zwecke gestalten zu können.
Wie wichtig ist das Internet für Non-Profit-Organisationen, Kirchen sowie kleine und mittelständische Unternehmen?
Egal, ob Unicef oder staonline: Non-Profit-Organisationen benötigen das Internet unbedingt für die Vernetzung ihrer Mitglieder untereinander, zum Beispiel in moderierten Foren. Auch für den organisatorischen Bereich wird es immer wichtiger. Kleine und mittelständische Unternehmen profitieren unterschiedlich vom Internet: Für den ebay-Powerseller ist es die Existenzgrundlage, der Bäcker an der Ecke kann seine Brötchen auch persönlich verkaufen.
Stichwort „mobiles Internet“: Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen den technologischen Möglichkeiten des Internet und der Qualität des Contents?
Die Grenzen der technischen Möglichkeiten sind die menschlichen Sinnesorgane. Und beim Content wird sich nur das durchsetzen, was die Leute auch tatsächlich verwenden. Ich weiß beispielsweise nicht, wie sinnvoll es ist, sich ein Fußballspiel auf dem Handydisplay anzuschauen. Für das Verbundensein mit der Welt dagegen wird das mobile Internet unentbehrlich sein.







