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Schulden ohne Grenzen

10. Dezember 2009

Schulden machen ist in. Die Konsumgesellschaft fordert uns auf zu kaufen, auch wenn wir es uns nicht leisten können. „Laut aktuellen Schätzungen sitzen die amerikanischen Verbraucher zur Zeit auf 915 Mrd. US-Dollar Kreditkartenschulden. Auf jedem Haushalt lastet damit eine Schuld von etwa 12.000 US-Dollar”.  Aber auch in Deutschland stehen wir nicht schlecht da. „Deutsche haben im Schnitt 8.078 Euro Schulden”, titelt die Welt in ihrer Onlineausgabe.

Manche machen sich keine Gedanken, kaufen, was das Zeug hält, und geraten schnell in den Teufelskreis von Verschuldung, Überschuldung und Verarmung. Hinzu kommt, dass viele durch die Finanzkrise unverschuldet in Schwierigkeiten kommen. „Experten gehen von drei bis vier Millionen überschuldeten Privathaushalten in Deutschland aus.” Auch der Staat lässt sich nicht lumpen. Seine Verschuldung ist seit der Finanzkrise drastisch angestiegen. Der Bund der Steuerzahler lässt auf seiner Homepage eine Schuldenuhr laufen: Gerade jetzt, beim Schreiben dieses Artikels, beträgt die Staatsverschuldung in Deutschland €1.595.800.222.770, das sind pro Kopf € 19.4474, und darin eingeschlossen sind auch Babys, Politiker, Arbeitslose und Rentner. Schulden machen gehört zum Alltag, beim Staat wie zu Hause.

(Von Roland Nickel aus DIALOG)

Nichts Neues unter der Sonne

31. Oktober 2008

Nachfolgend eine Veröffentlichung von Kurt Tucholsky aus dem Jahr 1930 :

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

1930 veröffentlicht in “Die Weltbühne”

Studentinnen besonders interessiert an Gründungs-Know-how

25. Juli 2008

Über 50 Prozent der Studierenden an deutschen Hochschulen können sich vorstellen, später ein Unternehmen zu gründen oder selbstständig tätig zu sein. Dabei zeigen junge Frauen ein besonders hohes Interesse an dem dafür erforderlichen Know-how: sie geben einen stärkeren Bedarf an Unterstützungs- und Qualifizierungsangebote der Hochschulen zum Thema Selbstständigkeit an als ihre männlichen Kommilitonen. Das zeigt eine Befragung von über 15.000 Studierenden durch das Institut für Mittelstandsökonomie an der Universität Trier (Inmit) an 37 deutschen Hochschulen. Die Befragung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist eines von 40 Projekten aus dem BMBF-Programm “Power für Gründerinnen”. Obwohl derzeit Frauen wesentlich seltener gründen als Männer, ist die Gründungsoffenheit bei Studentinnen und Studenten auf hohem Niveau etwa gleich.

Mit dem Programm “Power für Gründerinnen” unterstützt das Bundesbildungsministerium genau diese Neugierde potenzieller Gründerinnen und ihr Interesse an dem nötigen Fachwissen. Ein stetiger Anstieg des Frauenanteils an Existenzgründungen von 28 Prozent im Jahr 2002 auf 31 Prozent im Jahr 2006 ist insbesondere durch das Zusammenwirken der bundesweiten Gründerinnenagentur und den Projekten aus dem BMBF-Programm zu verzeichnen. Die Gründerinnenagentur hat ein bundesweites, länderübergreifendes Netzwerk initiiert, in dem mehr als 1.500 Expertinnen organisiert sind. Mit “Power für Gründerinnen” fördert das BMBF mit einem Finanzvolumen von rund 12,5 Millionen Euro bis zum Jahr 2010 gezielt die Motivation und Fähigkeit von Frauen zur Selbstständigkeit und erforscht strukturelle Unterschiede im Gründungsprozess von Frauen und Männern.

Wie die Studie zeigt, unterscheidet sich die Gründungsneigung bei Studierenden je nach Fachrichtung und Geschlecht erheblich. Der größte Anteil an gründungsoffenen Studierenden befindet sich in der Fächergruppe Medizin und Gesundheitswesen. Hier stehen 68,6 Prozent der Studentinnen und 67,3 Prozent der Studenten einer Gründung positiv gegenüber. In den von Frauen bevorzugten Fächergruppen wie Sprach- und Kulturwissenschaften, Kunst und Gestaltung sowie in den Gesellschafts- und Sozialwissenschaften ist die Gründungsbereitschaft der Frauen prozentual höher als die der Männer.

Die bisherige Gründungsförderung konzentriert sich auf die Studierenden der naturwissenschaftlichen und technischen Fachrichtungen. Zur gezielten Förderung der Gründungsneigung junger Frauen müssen zusätzlich jene Fächer in den Blick genommen werden, in denen Studentinnen überproportional vertreten sind. Denn wie die Studie zeigt: Gerade junge Frauen wollen sich gezielt bereits während des Studiums das erforderliche Know-how verschaffen, bevor sie den Schritt in die Selbstständigkeit tun.

Wachstum ohne gesellschaftliche Verantwortung

16. Mai 2008

Einen so kräftigen Zuwachs wie im ersten Quartal dieses Jahres erreichte die deutsche Wirtschaft seit zwölf Jahren nicht mehr. Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes haben weder der starke Euro noch der hohe Ölpreis und die Finanzkrise den Aufschwung in Deutschland gestoppt. Dieser erfreulichen Entwicklung steht die eher passive Einstellung deutscher Firmen ihrem gesellschaftlichen Engagement gegenüber. Corporate Social Responsibility (CSR) und Corporate Citizenship beschränkt sich überwiegend auf die unkoordinierte ad-hoc Bereitstellung von Geld- und Sachspenden vor Ort.

Es besteht bei deutschen Unternehmen keine grundsätzliche Scheu vor sozialem Engagement. Was fehlt, sind schlüssige Konzepte, wirkungsvolle strategische Maßnahmen und ein politischer Rahmen. Anders als in vielen europäischen Nachbarstaaten, gibt es in Deutschland bisher keine bundesgesetzlichen Regelungen für Unternehmen, über ökologische Leistungen Rechenschaft abzulegen.

Warum CSR so wichtig ist:

- CSR erhöht die Sympathie und Attraktivität für den Standort Deutschland.
- CSR wirkt sich positiv auf Investoren und notwendige Fachkräfte aus dem Ausland aus.
- CSR schafft Mehrwert für Unternehmen und Stärkt die Marke Deutschland.
- CSR sichert Wettbewerbsvorteile bei wachsendem Nachhaltigkeits-Bewusstsein in der Bevölkerung.

CSR ist ein Ansatz, der Grundprinzipien für eine erfolgreiche Reform des Sozialstaates betont: Freiheit, Freiwilligkeit, Eigeninitiative, soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung.

Wie glaubwürdig sind Vorstandsvorsitzende?

19. November 2007

Laut einer Leser-Umfrage des Medienmagazins journalist genießt BMW-Chef Norbert Reithofer die größte  Glaubwürdigkeit aller 30 Dax-Vorstandsvorsitzenden.  Auf den zweiten  und dritten Platz landeten Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber und Hans-Joachim Körber von Metro. Am schlechtesten schnitten die Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bank, Josef Ackermann, Harry Roels von RWE und Wolfgang Ziehart von Infineon ab. Die Umfrage wird in jedem Quartal wiederholt und unter www.dax-medienbarometer.de veröffentlicht.

Linux und Toyota: Erfolgreich dank Vertrauenskultur und Selbstmanagement

6. November 2007

Die Unternehmenskultur ist entscheidend für den herausragenden Erfolg bei Toyota, diagnostiziert der Psychologe und Arzt Prof. Dr. Dr. Michael Kastner (Universität Dortmund): “Zentrale Voraussetzungen sind für die optimale Arbeit von Hochleistungsteams neben einer einfachen, verbreiteten Technik vor allem frei verfügbares geistiges Eigentum und ein hohes Maß an Vertrauen. In einer solchen Atmosphäre müssen die Mitglieder des Netzes bereit sein, ohne monetäre Anreize ihr Knowhow auszutauschen” und kontinuierlich abzugleichen.

“Statt der üblichen Marktprinzipien Geld, Verträge, Hierarchie, Autorität und Verantwortung scheint die Arbeitsweise von Linux und Toyota ihre Vorteile zu haben:

  • Vorgehen in kleinen Schritten
  • Details in den Abläufen genau beachten
  • Probleme dort, wo sie entstehen, eliminieren
  • Bemühen um Eleganz statt Fixierung auf Effizienz
  • Qualitätsbesessenheit
  • häufiger Austausch in tausenden kleineren Kooperationen.
  • Führungskräfte benennen auf Basis ihrer strategischen Visionen klare, einfache Ziele und verbinden die Akteure.
  • Glaubwürdigkeit und Autorität der Führenden speist sich aus Erfahrung.
  • Sie treffen so wenige Entscheidungen wie möglich, weil sich das menschliche Netzwerk selbst managt …”

M. Kastner, E.M. Neumann-Held, Ch. Reick (Hrsg.):
Kultursynergien oder Kulturkonflikte – eine interdisziplinäre Fragestellung
Pabst 2007, 340 Seiten, ISBN 978-3-89967-242-8

Ein guter Deal

26. Oktober 2007

„Aber natürlich liegt auch in der Ruhe die Kraft und ein nicht gemachter Deal kann auch ein guter Deal sein“.
Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber über ein mögliches Engagement bei Alitalia.

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