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Kongress christlicher Führungskräfte in Düsseldorf eröffnet

26. Februar 2009

Mit einer Rekordbeteiligung von etwa 3.600 Interessierten ist am 26. Februar in Düsseldorf der Kongress christlicher Führungskräfte eröffnet worden. “Als christliche Führungskräfte wollen wir in einer Welt, die immer selbstverständlicher die Existenz Gottes verneint, bekennen, dass wir an Gott glauben”, sagte Horst Marquardt, Vorsitzender des Kongresses zur Eröffnung. Marquardt zufolge steckt die Bundesrepublik Deutschland in ihrer bisher schwersten wirtschaftlichen Krise. Christliche Führungskräfte wollten die Probleme nicht nur benennen, „sondern aktiv zur Lösung beitragen, indem wir für ein christliches Wertesystem eintreten.“
Der stellvertretende Vorsitzende des Kongresses, der Unternehmer Jörg Knoblauch (Giengen), rief dazu auf, Management und die christliche Botschaft miteinander zu verbinden. „Wo wir die Schlauheit des Managements mit der Klugheit des Evangeliums zusammenbringen, passieren großartige Dinge.“ Veranstalter des Kongresses ist die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar/Mittelhessen) in Zusammenarbeit mit der Firma tempus-
Zeitplansysteme (Giengen bei Ulm).

Ministerpräsident Rüttgers eröffnet Kongress-Ausstellung

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident, Jürgen Rüttgers, sagte mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise, er vermisse Ideen zur Bewältigung der Krise, bei denen es um Werte gehe. Für ihn habe der Kongress unter dem
Motto „Mit Werten in Führung gehen“ an dieser Stelle eine wichtige Funktion. In seinem Grußwort sprach sich der Politiker zudem für eine neue Debatte über „unsere Leitkultur“ aus. Zwar sei der Begriff in der Vergangenheit -

zum Teil bewusst – falsch verstanden worden im Sinne einer Herrschaftskultur. Nach seiner Definition meine der Begriff aber das genaue Gegenteil – „eine Kultur, die abgeleitet ist aus den Werten des christlich-jüdischen Abendlandes und den Werten der Aufklärung.“ Im Anschluss an sein Grußwort eröffnete der Ministerpräsident die Ausstellung des Kongresses.270 Aussteller präsentieren sich bis zum 28. Februar mit ihren Dienstleistungen, Produkten und Projekten.

„Zehn Gebote für Unternehmer“

Der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer und Manager des Henkel-Konzerns, Thomas Müller-Kirschbaum (Düsseldorf), mahnte ein „Werte-Hilfspaket“ an. Bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise
besteht die Gefahr, in rein materiell ausgerichteten Hilfsprogrammen für Banken, Konjunktur und Konsum steckenzubleiben. Dies verkenne, dass die Wirtschaftskrise eine Wertekrise sei, die etwa durch übertriebene
Gewinnsucht, Hochmut und Habgier entstanden sei. Müller-Kirschbaum stellte „Zehn Gebote für Unternehmer“ vor. Sie sollten sich unter anderem auf ihre Vorbildrolle besinnen und nicht von höchsten Werten reden, wenn sie nicht
danach handelten.

BDI-Vizepräsident: Krise nicht schönreden

Der Unternehmer und Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Friedhelm Loh (Haiger), erklärte, er erwarte, dass die Wirtschaftskrise länger dauern werde als ein Jahr. Die Wirtschaft sacke derzeit rund um den Globus gleichmäßig ab. Deshalb versagten auch fast alle bisherigen Steuerungsinstrumente. Loh warnte davor, die Situation schönzureden. Mitarbeiter und Angestellte wollten die Wahrheit hören, selbst, wenn sie hart sei. Was jetzt gefragt sei, seien Eigenschaften wie Disziplin, Offenheit, Verbindlichkeit und Ehrlichkeit.

Präses zu Führungskräften: An Gottes Geboten orientieren

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider (Düsseldorf), hat die Verantwortlichen in der Wirtschaft aufgerufen, sich an den Geboten Gottes zu orientieren, um Maßlosigkeiten zu vermeiden. Wer sich auf diese feste Basis stelle, werde einen verantwortungsvollen Umgang mit den anvertrauten Gütern pflegen, sagte der Kirchenleiter. Der Kongress dauert noch bis Samstag.

Kommentare

Eine Meinung zu “Kongress christlicher Führungskräfte in Düsseldorf eröffnet”

  1. Gresser, Walther on 28. Juni 2009 20:19

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich befinde mich jetzt im Ruhestand, war aber 19 Jahre stv. Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dachau. Ich war geistig immer der Organisation christlicher Unternehmer in Dtschld. verbunden und würde gern Mitglied werden. Unsere Wirtschaftskrise kann nicht durch neue Kontrollmechanismen und Gesetze beseitigt werden. Unsere Gesellschaft muß sich stärker als bisher an den 10 Geboten orientieren, sonst gilt nur das 11 Gebot: “Laß dich nicht erwischen!” Auch halte ich eine stärkere Verbindung zwischen Kirche und Staat für erforderlich. Wenn nicht eine stärkere Hinwendung an die Anerkennung des christlichen Menschenbildes erfolgt, sehe ich schwarz für unsere Zukunft, die dann wohl keine menschliche Zukunft darstellt. – Ich.höre gern wieder von Ihnen. Wenn nicht der Austausch mit Gleichgesinnten erfolgt, könnte man schier verzwifeln. Herzliche Grüße Walther Gresser, Bozener Straße 6, 85221 Dachau.

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