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	<title>Kommentare zu: Postmodern &#8211; was ist das &#252;berhaupt?</title>
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	<description>Führungsmagazin von Martin Haase</description>
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		<title>Von: Oliver Z. Weber</title>
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		<dc:creator>Oliver Z. Weber</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 14:46:24 +0000</pubDate>
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		<description>Meiner Ansicht nach ist heutige Medienkommunikation sowohl Indiz als auch Voraussetzung daf&#252;r, von Postmoderne zu sprechen; dass also PR, &#214;A und auch das liebe Marketing lebende, man will sagen atmende Symptome f&#252;r die &#039;Diagnose: Postmodernismus&#039; auf kommunikativer Ebene sind. Das Spiel mit Codes und Zeichen und deren Bedeutungen, die Fl&#252;chtigkeit und Verhandelbarkeit ihrer Zuweisungen, die Kategorienkrisen, die Kurzlebigkeit medialer Inhalte und sozialer Konstrukte im fortw&#228;hrenden Prozess des Kulturwandels, etc. All dies ist der kulturelle Hintergrund unserer projektf&#246;rmigen Arbeitsorganisation, deren Inhalte und L&#246;sungen auch immer ganz anders sein k&#246;nnten. Was ist ist hie&#223; es fr&#252;her; was nicht ist ist m&#246;glich heute.

Der Medienphilosoph Vilém Flusser (1920-1991) entwirft die durch neueste Medien angelegte Entwicklung(bereits Anfang der 80er Jahre) als utopischen Gegenentwurf zu zeitgen&#246;ssischen, meist pessimistischen Medientheorien und -kritiken. Dabei nahm er an, dass jede Gesellschaft vom Zusammenspiel zweier Kommunikationsformen gepr&#228;gt wird: von Dialogen, die Informationen erzeugen und von Diskursen, durch die Information weitergegeben wird. In diese Richtung geht ebenso die Feststellung Flussers, dass es im &quot;Universum der technischen Bilder&quot; und in der &quot;telematischen Gesellschaft&quot; nicht (mehr) um Wirklichkeit geht, sondern allein um Wirkung. &#220;bersetzt f&#252;r uns: Was wirkt, ist real, ist z&#228;hlbar, verwertbar, wohl auch verkaufbar. Aha. Aber ist das alles? Ist das nicht arg verwerflich, mag man fragen, die geliebte ideelle Wirklichkeit zu opfern f&#252;r die &quot;reine Bilderschau&quot;, die Simulation, f&#252;r ein so-als-ob?

Das Echte, Wahre, Reale war im Abendland leider stets jenseitig. Schon Kant hat die Wirklichkeit extrem in unser Bewusstsein, in unsere Erlebniswelt ger&#252;ckt. Lediglich die Idee, dass es einen Sinn, eine Entit&#228;t, eine tiefere Wahrheit hinter den - sagen wir heute ruhig: Bildern - gibt, besteht als Glaube oder Hoffnung bis heute weiter. Allein uns fehlt der Glaube. Und ist dieser nicht reichlich unbrauchbar, sollte es tats&#228;chlich heute nur noch um Informationsgenese und diskursives Aushandeln gehen?

In den heutigen Diskursen stehen sich einige neue Binarismen gegen&#252;ber. Begriffspaare wie Freiheit versus Beliebigkeit, Mangel/&#220;berfluss, Inklusion/Exklusion, Sinn/Unsinn - oder auch Bezeichnetes und Bezeichnendes. Diese Paare - das ist nicht unwichtig - erg&#228;nzen die alten, sie ersetzen sie nicht v&#246;llig. Michel Foucault spricht von &quot;Spuren&quot;. Denn immer noch geht es um Wahr und Falsch, um Hell und Dunkel, um Gut und B&#246;se. Nicht erst wieder seit Harry Potter.
Immerhin: Spuren kann man zur&#252;ckverfolgen - wenn man wei&#223;, wo man steht und wo man suchen muss.


Oliver Z. Weber</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Meiner Ansicht nach ist heutige Medienkommunikation sowohl Indiz als auch Voraussetzung daf&#252;r, von Postmoderne zu sprechen; dass also PR, &#214;A und auch das liebe Marketing lebende, man will sagen atmende Symptome f&#252;r die &#8216;Diagnose: Postmodernismus&#8217; auf kommunikativer Ebene sind. Das Spiel mit Codes und Zeichen und deren Bedeutungen, die Fl&#252;chtigkeit und Verhandelbarkeit ihrer Zuweisungen, die Kategorienkrisen, die Kurzlebigkeit medialer Inhalte und sozialer Konstrukte im fortw&#228;hrenden Prozess des Kulturwandels, etc. All dies ist der kulturelle Hintergrund unserer projektf&#246;rmigen Arbeitsorganisation, deren Inhalte und L&#246;sungen auch immer ganz anders sein k&#246;nnten. Was ist ist hie&#223; es fr&#252;her; was nicht ist ist m&#246;glich heute.</p>
<p>Der Medienphilosoph Vilém Flusser (1920-1991) entwirft die durch neueste Medien angelegte Entwicklung(bereits Anfang der 80er Jahre) als utopischen Gegenentwurf zu zeitgen&#246;ssischen, meist pessimistischen Medientheorien und -kritiken. Dabei nahm er an, dass jede Gesellschaft vom Zusammenspiel zweier Kommunikationsformen gepr&#228;gt wird: von Dialogen, die Informationen erzeugen und von Diskursen, durch die Information weitergegeben wird. In diese Richtung geht ebenso die Feststellung Flussers, dass es im &#8220;Universum der technischen Bilder&#8221; und in der &#8220;telematischen Gesellschaft&#8221; nicht (mehr) um Wirklichkeit geht, sondern allein um Wirkung. &#220;bersetzt f&#252;r uns: Was wirkt, ist real, ist z&#228;hlbar, verwertbar, wohl auch verkaufbar. Aha. Aber ist das alles? Ist das nicht arg verwerflich, mag man fragen, die geliebte ideelle Wirklichkeit zu opfern f&#252;r die &#8220;reine Bilderschau&#8221;, die Simulation, f&#252;r ein so-als-ob?</p>
<p>Das Echte, Wahre, Reale war im Abendland leider stets jenseitig. Schon Kant hat die Wirklichkeit extrem in unser Bewusstsein, in unsere Erlebniswelt ger&#252;ckt. Lediglich die Idee, dass es einen Sinn, eine Entit&#228;t, eine tiefere Wahrheit hinter den &#8211; sagen wir heute ruhig: Bildern &#8211; gibt, besteht als Glaube oder Hoffnung bis heute weiter. Allein uns fehlt der Glaube. Und ist dieser nicht reichlich unbrauchbar, sollte es tats&#228;chlich heute nur noch um Informationsgenese und diskursives Aushandeln gehen?</p>
<p>In den heutigen Diskursen stehen sich einige neue Binarismen gegen&#252;ber. Begriffspaare wie Freiheit versus Beliebigkeit, Mangel/&#220;berfluss, Inklusion/Exklusion, Sinn/Unsinn &#8211; oder auch Bezeichnetes und Bezeichnendes. Diese Paare &#8211; das ist nicht unwichtig &#8211; erg&#228;nzen die alten, sie ersetzen sie nicht v&#246;llig. Michel Foucault spricht von &#8220;Spuren&#8221;. Denn immer noch geht es um Wahr und Falsch, um Hell und Dunkel, um Gut und B&#246;se. Nicht erst wieder seit Harry Potter.<br />
Immerhin: Spuren kann man zur&#252;ckverfolgen &#8211; wenn man wei&#223;, wo man steht und wo man suchen muss.</p>
<p>Oliver Z. Weber</p>
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