8. Februar 2012

Thronfolger Prinz Philippe macht sich in Deutschland für belgischen Standort stark

Der belgische Thronfolger Prinz Philippe besucht zusammen mit Außenminister Yves Leterme sowie einer belgischen Wirtschaftsdelegation am 1. September BASF in Ludwigshafen. Das Unternehmen ist die erste Station des royalen Besuchers, der unter anderem für Belgien als Wirtschaftsstandort wirbt. Dabei weiß der Chemiekonzern die Vorteile bereits an etlichen Standorten in Belgien, darunter auch Brüssel, zu schätzen. Und gerade die belgische Hauptstadt ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort.

Entsprechend einer belgischen Tradition bereist das belgische Königshaus seit Jahren schon Länder und Unternehmen auf der ganzen Welt um die heimische Wirtschaft zu fördern. Auch kleinere Reisen, wie aktuell zur BASF nach Ludwigshafen, gehören zum Programm. Als Delegationsmitglieder begleiten den Prinzen auch Vertreter der Brussels Enterprise Agency und informieren über die Standortvorteile von Brüssel. „Brüssel hat viel mehr zu bieten als nur ein Lobbying-Umfeld“, erklärt Jacques Evrard, Direktor International Relations Department der Standortmarketinggesellschaft Brussels Enterprise Agency und Mitglied der Wirtschaftsdelegation. „Gerade als Wirtschaftsstandort ist Brüssel für Unternehmen aus Deutschland wie aus anderen Ländern sehr attraktiv“, weiß Jacques Evrard. Das gilt vor allem für das Steuersystem: So können Unternehmen von einer Reihe von steuerlichen Vorteilen profitieren, beispielsweise von einer 100-prozentigen Steuerbefreiung auf den Nettogewinn aus der Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen, von einem unbeschränkten Verlustvortrag, den so genannten „Zinsabzug auf Risikokapital“ und einem vorteilhaften Steuersystem für ausländische Erwerbstätige.

Die belgische Metropole überzeugt zudem mit der sprachlichen Kompetenz der Arbeitnehmer: Der Großteil der belgischen Berufstätigen ist, im Gegensatz zu deutschen Kollegen in Deutschland, mehrsprachig, was für die in Brüssel ansässigen Unternehmen ein positiver Zusatzeffekt ist. Ebenfalls vorteilhaft für Unternehmen ist, dass Brüssel ein preisgünstiger Standort mit einem attraktiven Immobilienmarkt ist. Im Vergleich zu vergleichbar großen deutschen Wirtschaftszentren sind die Mieten für Büroflächen in der Regel günstiger – in Frankfurt/Main zum Beispiel um rund 27 Prozent oder in München um etwa 14 Prozent. Gleiches gilt für die Mieten von Gewerbeflächen, die in den genannten deutschen Städten um bis zu 14 Prozent bzw. 21 Prozent höher liegen als in Brüssel.

Selbstverständlich ist die Nähe zu wichtigen europäischen Institutionen, wie dem Europäischen Parlaments, auch ein wichtiger Standortvorteil: 47 Prozent der deutschen Gesetze im Bereich Wirtschaft entstehen, laut Datenhandbuch des Deutschen Bundestages, bereits heute auf Initiative der Europäischen Union. Über die Vertretungen der Bundesländer sowie die deutschen Europaabgeordneten haben die Unternehmen direkten Zugang zur europäischen Politikebene und können ihre Interessen zur Sprache bringen. Bereits mehr als 1.300 ausländische Unternehmen in und um Brüssel wissen die Vorteile zu schätzen, zahlreiche davon aus der IT- und der Gesundheitsbranche.

Die Brussels Enterprise Agency (BEA) ist eine von der Hauptstadt-Region Brüssel eingerichtete zentrale Anlaufstelle. Hier erhalten Unternehmen, die sich in Brüssel niederlassen möchten, umfassende Beratungsdienstleistungen. Die BEA bietet spezifische Informationen und Beratung für Unternehmen beispielsweise zu Chancen für Unternehmens- und Niederlassungsgründungen in der Region, Steuerregelungen, Standortsuche, Investitionsbeihilfen oder Finanzhilfen für Forschung und Entwicklung.

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