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Der 6. Kondratieff

22. August 2007

Was kommt nach dem Informationszeitalter? Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren? In Richtung Lernen und Bildung, individuelle und kollektive Gesundheit, meint der Wirtschaftswissenschaftler und Informationstechnologe Leo Nefiodow.

Nefiodow beruft sich auf soziochronologische Wellen von mehreren Jahrzehnten Dauer, die der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratieff “entdeckte”. Im sechsten Kondratieff-Zyklus (der erster Höhepunkt wird um 2010 erwartet) sollen Innovationen aus Medizin, High Tech und neuen Psychotechniken für Vollbeschäftigung, einen langanhaltenden Aufschwung von Körper, Geist und Seele, sowie für eine tiefgreifende Reorganisierung der Gesellschaft sorgen. Leo Nefiodow auf die Frage des Morgenwelt Herausgebers Volker Lange “Warum ausgerechnet Gesundheit?”

“Jeder Kondratieff-Zyklus ist nicht nur die Verwirklichung bestimmter Erfindungen - ein größerer Innovationsschub, der in die gesamte Gesellschaft hineindiffundiert -, sondern jeder Kondratieff-Zyklus befriedigt auch einen Bedarf der Gesellschaft. Im ersten Zyklus wurde der Bedarf nach Textilien und Kleidung befriedigt, im zweiten der Bedarf nach besseren Transportmitteln.

Zentral für den dritten Zyklus war der Bedarf nach Massenkonsum, nach elektrischen, chemischen Artikeln. Der vierte Kondratieff war die Phase, in welcher der gesellschaftliche Bedarf nach individueller Mobilität zum Zuge kam - dank des Automobils und des Flugzeugs. Im fünften, im jetzigen, spielt der gesellschaftliche Bedarf nach effizientem Umgang mit Information und Wissen die zentrale Rolle.” Und im nächsten Zyklus soll es um Gesundung, Gesundheit und Heilung gehen, fast esoterisch anmutende Themen. Trotzdem entwickelte sich K6 rasch zu einem Mythos, der Politik, Business und Börse gleichermaßen beflügelt. Die einen träumen von Vollbeschäftigung und die anderen von einer rasanten Börsenralley. Und K6 verspricht sie alle zu befriedigen.

© Martin Haase

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